Die Geschichte des  Godesberger Turnvereins

Vom Kaiserreich bis ins 21.Jahrhundert

 

Schon lange vor dem berühmten Drei-Kaiser-Jahr 1888  ( Wilhelm I. und Friedrich III. starben,  Wilhelm II. bestieg als letzter Deutscher Kaiser den Thron ) gab es in der noch kleinen Gemeinde Godesberg - damals noch ohne "Bad" - Aktivitäten im Sinne von Turnvater Jahn.

Als dann der Godesberger Turnverein am 21. Januar 1888 aus der Taufe gehoben wurde, war das Turnen in ganz Deutschland bereits zu einer Bewegung angewachsen.

Was einst durch das Engagement von zwölf turnbegeisterten Männern im Gasthof "Aennchen", der berühmten  Lindenwirtin, bescheiden begann, ist in fast 125 Jahren zum größten Turnverein im Bonner Süden mit derzeit mehr als 1800 Mitgliedern herangewachsen -  lesen Sie hierzu auch : » " Meilensteine der Geschichte des GTV "  - und sollte sich zudem immer wieder als Auslöser zahlreicher neuer Entwicklungen erweisen. »19 Vorsitzende sah der Verein bis heute.

GTV-Gründungsurkunde vom 21.01.1888

Gründungsurkunde vom 21.Januar 1888

Turnfeuerwehr 1889 

aus der Tagespresse am 20. März 1888

Pressenotiz vom 20.März 1888

Schon bei der Gründung des Vereins wurde die Absicht geäußert, eine Turnfeuerwehr aufzustellen. Dieser Plan wurde 1889 in die Tat umgesetzt und legte den Grundstein für die heutige städtische und freiwillige Feuerwehr.

1.Herrenriege

Die erste Herrenriege
                         

Mit dem Wassersportverein Godesberg 1909/11 e.V. haben die Godesberger Turner ebenfalls einen Abschnitt der gemeinsamen Entwicklung. Zunächst hatten die Turner an heißen Tagen die Übungsstunden  in das schwimmenden Flußbad im Rhein an der Bastei verlegt. Daraus entwickelte sich die Idee, eine eigene Schwimmabteilung zu bilden. Schnell kam das Rudern hinzu und 1911 machte man sich selbstständig.

Auch der Godesberger Karneval hat seine Wurzeln im GTV: Seit 1893 veranstaltete man regelmäßig Karnevalsveranstaltungen wie Feste, Sitzungen und Umzüge. Diese Tradion endete nach über 40 Jahren mit Beginn des "Dritten Reiches". Sportvereinen wurde untersagt, karnevalistische Aktivitäten zu entwickeln. Die Turner fanden einen Ausweg. Kurz entschlossen gründeten die Karnevalisten des Vereins am 21. Januar 1937 als unabhängige Karnevalsgesellschaft das Godesberger Stadtsoldatenkorps.


Noch Vieles hat sich seit den Gründungsjahren verändert.  Was zunächst nur für Männer, wenig später auch für Knaben angebracht schien, entwickelte sich erst in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einer umfassenden Sportbewegung: Die Damen durften jetzt auch „turnen", selbstverständlich schicklich gekleidet. Neue Sportarten kamen hinzu. Der Handballsport wurde ab 1920 als neue große Sportart im Godesberger Turnverein als erstem Sportverein in der ganzen Region angeboten ( »Chronik der Handball-Abteilung) .

Nachdem sich die erste Schwimm- und Ruderabteilung  im Jahre 1911 selbständig gemacht hatte, wurde eine neue gegründet, ebenso - noch vor dem Schicksalsjahr 1933 - eine Tischtennis-Abteilung .

         
                     
  Die erste Damenriege, 1920

Der große Boom mit der Aufnahme weiterer Sportarten in den Godesberger TV kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Abteilungsgründungen für Badminton, Fechten, Volleyball, Trampolin, Basketball, Judo, Prellball, Skisport, Behindertensport, Leichtathletik und Kunstturnen, dem heutigen Gerätturnen.

Der Verein wuchs stetig und hatte in den siebziger und achziger Jahren des letzten Jahrhunderts zeitweilig über 2.000 Mitglieder .

Nicht alle Sportarten konnten auf Dauer gehalten werden. Sei es,  dass der Trend sich änderte, sei es, dass Ehrenamtler, die vielfach eine Sportart "im Alleingang" organisiert hatten, ihr Engagement nach zwanzig oder mehr Jahren reduzieren mussten.

Nachdem sich der Verein seit Anfang der siebziger Jahre verstärkt  in Richtung Leistungssport orientiert hatte, war es in  einigen Fällen sogar der Erfolg (Volleyball, Basketball) der die Finanzen des Vereins überforderte. So schaffte die Basketballabteilung in der Saison 1986/87 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. 1991 folgte der Zusammenschluss mit den Baskets der SC Fortuna Bonn und man ging fortan eigene Wege, an deren Ende die heutigen Telekom-Baskets Bonn stehen.

Auch der Mauerfall und der damit verbundene Regierungsumzug von Bonn nach Berlin hinterließ  seine Spuren im GTV.

Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts lag ein Schwerpunkt des Sportangebots im Bereich Gesundheitssport und Wellness. Verstärkt wurden in diesem Bereich nun auch Kurse für Gäste angeboten. Später kamen Tanz und Trendsport hinzu.

 

Vorstandssitzung am 21.8.1988

 

Heute zählt der Godesberger TV über 1800 Mitglieder . Er bietet Freizeit- und Wettkampfsport in 13 Sportarten und ein breites Kursangebot für Vereinsmitglieder und Gäste.

Nachdem über ein Jahrzehnt lang unsere Handballerinnen die höchstrangigen Leistungsträgerinnen unseres Vereins waren, blicken wir jetzt voll Wohlgefallen auch auf unsere Jugend. Wir haben Stadt- und Kreismeister bzw. -vizemeister in den verschiedenen Altersgruppen der Sportarten Handball, Leichtathletik und Turnen. Hoffnungen zu Höherem sind berechtigt. Unsere Gerätturnerinnen turnen in der RTB-Landesliga. Auch Rope Skipping hat sich erfolgreich als Wettkampfsportart, und zwar im Bonner Raum nur im Godesberger TV, etabliert.

Breiten- und Freizeitsport beginnt für Kinder mit 1 1/2 Jahren und hört im hohen Erwachsenenalter erst auf. Die Kurse im Gesundheits-, Trend- und Tanzsport bereichern ebenso unser Programm wie unsere Vorführgruppen, zur Zeit Step Aerobic, Rope Skipping und Orientalischer Tanz.

 

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